Die verschollene Platte 43

In der Beschreibung des kleinen Frieses wird in der Literatur eine Tafel 43 mit dem Titel “Telephos wird geheilt” erwähnt und abgebildet, die in der Aufstellung im Pergamonmuseum nirgendwo zu finden ist.
Was könnte passiert sein?
Ging die Platte verloren?
Wurde sie aus Platzgründen weggelassen?
- Dann wäre es seltsam, dass sie auch in der aktuellen Gesamtschau nirgendwo zu finden ist.
Hat sich gar herausgestellt, dass sie doch nicht zum Fries gehört?
- Das Profil an der Oberkante sollte das doch erkennen lassen und der Fundort auf der Altarterrasse spricht doch auch dafür.

Altertümer von Pergamon (Band III): Die Friese des großen Altars (Tafel) 
Altertümer von Pergamon (Band III): Die Friese des großen Altars (Beschreibung)

Eine Sonnenuhr für Pergamon?

In Band 7 der Schriftenreihe “Altertümer von Pergamon” wird eine wunderschöne Sonnenuhr erwähnt:

“Die Sammlung des Louvre besitzt eine von dem Konsul Cousinéry aus Pergamon gebrachte vollständig erhaltene Sonnenuhr von besonders reicher monumentaler Ausführung. Das Stück, aus Marmor, 0,565 m hoch, ist bei Clarac Taf. 254 n. 800, größer bei Daremberg-Saglio, Dictionnaire III 2 S. 257 abgebildet und danach nebenstehend mit Benutzung einer Herrn P. Schazmann verdankten Zeichnung wiedergegeben.”

Altertümer von Pergamon (Band VII,Text 2): Die Skulpturen mit Ausnahme der Altarreliefs
Daremberg-Saglio, Dictionnaire III 2 S. 257
Bei der Stadtgrabung und in Ephesus wurden weitere Fragmente von Sonnenuhren gefunden. Könnten eine oder mehrere solcher Uhren auch auf der Akropolis von Pergamon gestanden haben, vielleicht sogar auf der Athena- oder Altarterrasse? Um den ganzen Tag ablesbar zu sein hätten die Uhren sicher weit an den Vorderkanten der Terrassen stehen wüssen. In der aktuellen Ausstellung “Pergamon – Panorama der antiken Metropole” ist der Sockel einer sehr interessanten Wasseruhr ausgestellt, die auf dem Oberen Markt gestanden haben soll. Gibt es hierzu auch (besser erhaltene) Exemplare aus anderen Städten?

Rätsel im Gigantenflügel

In einem Flügelfragment eines Giganten rechts der Athenagruppe im großen Fries kann man ein seltsames Objekt erkennen. Was könnte das sein?
Ein ähnliches Symbol findet man bei genauerem Hinsehen auch in einem Götterflügel bei Uranos im Südfries. Herrmann Winnefeld stellt in “Altertümer von Pergamon” auch eine Ähnlichkeit zu einem Symbol am Schiff im Telephosfries fest.
Ist es eine Waffe, ein Projektil? Ein Doppelauge (was Winnefeld bezweifelt ohne eine Alternative vorzuschlagen)? Das stilisierte Gesicht einer Eule? Ein Siegel, eine Markierung, die Künstlersignatur?

Altertümer von Pergamon (Band III): Die Friese des großen Altars

Ein Helm für Athena?

Athena Helmtest

Athena Helmtest

Die Frisur der Athena mit der Kreuzbandägis wirkt im Vergleich zur restlichen Figur mit Ausnahme der Nackenhaare auffallend nachlässig ausgeführt. Könnte das daran liegen, dass sie ursprünglich einen Helm trug, die Haare also sowieso nur unterhalb des Helmrands und durch die Augenlöcher zu sehen waren?
In der Ausstellung “Rückkehr der Götter” war zusammen mit Athena ein Bronzehelm ausgestellt, der erstaunlich gut passen würde. Sollte damit angedeutet werden, dass ein solcher Helm einmal die Statue geschmückt haben könnte? Die Löcher unter der Haarlinie zwischen Schläfen und Ohren könnten dann als Befestigung für den Helmverschluss gedient haben.
Franz Winter vermutet, dass die Löcher einmal zur Aufnahme von Schmuck oder Haarlocken gedient haben:
Altertümer von Pergamon (Band VII): Die Skulpturen mit Ausnahme der Altarreliefs

UPDATE: Poseidon – God of Museum Island via facebook
Der Kopf der Athena ist ein Gipsabguss, da das Original im Krieg verlorengegangen ist. Deshalb ist das ganze Aussehen auch etwas eingeschränkt. Aber es stimmt: Der Kopf ist ungewöhnlich – wie auch die Kreuzband-Aigis ungewöhnlich ist. Carl …Blümel, früherer Direktor der (Ost-)Berliner Antikensammlung und ausgebildeter Bildhauer hatte deshalb versucht, die abgeriebene Frisur der Athena wieder zu rekonstruieren. Das Ergebnis wurde in der Ausstellung im Raum „Rezeption“ in einer Vitrine gezeigt. Dort hat er die vermutliche Haarfülle mit Ton nachmodelliert (an einem Gipskopf), und so sieht die Athena etwas „vollendeter“ aus. Trotzdem bleibt es dabei: Das ist ein unbehelmter Kopf und zeigt mit der fast spielerisch als „Busenband“ „degradierten“ Aigis eine sehr menschliche Athena – ohne Waffen. Die Stiftlöcher werden entweder zum Anstücken der Frisur oder zum Befestigen eines Kranzes gedeutet.