
Athena Helmtest
Die Frisur der Athena mit der Kreuzbandägis wirkt im Vergleich zur restlichen Figur mit Ausnahme der Nackenhaare auffallend nachlässig ausgeführt. Könnte das daran liegen, dass sie ursprünglich einen Helm trug, die Haare also sowieso nur unterhalb des Helmrands und durch die Augenlöcher zu sehen waren?
In der Ausstellung “Rückkehr der Götter” war zusammen mit Athena ein Bronzehelm ausgestellt, der erstaunlich gut passen würde. Sollte damit angedeutet werden, dass ein solcher Helm einmal die Statue geschmückt haben könnte? Die Löcher unter der Haarlinie zwischen Schläfen und Ohren könnten dann als Befestigung für den Helmverschluss gedient haben.
Franz Winter vermutet, dass die Löcher einmal zur Aufnahme von Schmuck oder Haarlocken gedient haben:
Altertümer von Pergamon (Band VII): Die Skulpturen mit Ausnahme der Altarreliefs
UPDATE: Poseidon – God of Museum Island via facebook
Der Kopf der Athena ist ein Gipsabguss, da das Original im Krieg verlorengegangen ist. Deshalb ist das ganze Aussehen auch etwas eingeschränkt. Aber es stimmt: Der Kopf ist ungewöhnlich – wie auch die Kreuzband-Aigis ungewöhnlich ist. Carl …Blümel, früherer Direktor der (Ost-)Berliner Antikensammlung und ausgebildeter Bildhauer hatte deshalb versucht, die abgeriebene Frisur der Athena wieder zu rekonstruieren. Das Ergebnis wurde in der Ausstellung im Raum „Rezeption“ in einer Vitrine gezeigt. Dort hat er die vermutliche Haarfülle mit Ton nachmodelliert (an einem Gipskopf), und so sieht die Athena etwas „vollendeter“ aus. Trotzdem bleibt es dabei: Das ist ein unbehelmter Kopf und zeigt mit der fast spielerisch als „Busenband“ „degradierten“ Aigis eine sehr menschliche Athena – ohne Waffen. Die Stiftlöcher werden entweder zum Anstücken der Frisur oder zum Befestigen eines Kranzes gedeutet.